die Chronik
von Pietenfeld
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in Festschriften vergangener Tage:
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So entstand der Name
10tes Jahrhundert
1142
1315
1632
1703
1793
April 1945
1948, 1949
1951, 1954, 1956
1978
Der Ort liegt 7 km südöstlich von Eichstätt an der Bundesstraße 13 und hat etwas mehr als 800 Einnwohner, ohne andere Ortsteile wie Weißenkirchen. Pietenfeld ist in eine leicht nach Süden geneigte Talmulde eingelagert und verfügt vielfach über fruchtbare Lößböden, die als Ausläufer des Gaus anzusehen sind! Viele Bewohner, gehen ihren Beruf im nahen Eichstätt, oder auch in der 20 km entfernten Industriestadt Ingolstadt nach. Nur noch wenige landwirtschaftliche Großbetriebe leben im Haupterwerb von den Erträgen der umliegenden Felder.

Schon Jahrtausende vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Dorfes im Jahre 908 siedelten Jäger und Sammler der älteren und mittleren Steinzeit und jungsteinzeitliche Wanderbauern in der Pietenfelder Flur und im Ortskern. Diesbezügliche Freilandfunde belegen diese Tatsache. Auch Reste Keltischer Besiedlung wurden festgestellt. In geschichtlicher Zeit wurde beim Vordringen der Römer über die Donau in den ersten beiden Jahrhunderten n. Chr. die Römerstraße gebaut, welche die römische Handelsniederlassung Nassenfels mit dem Kastell in Pfünz verband. Sie führt hart am östlichen Ortsrand vorbei. Ein römischer Grabstein, der im vorigen Jahrhundert in der Nähe des Ziegleranwesens gefunden wurde, deutet auch auf entsprechende römische Niederlassungen hin.

Nachdem am Ende der Völkerwanderung die Landnahme durch die Bajuwaren abgeschlossen war, dürfte der Ort seinen Namen erhalten haben. Dieser hat sich von Puttinvelde, Puatinfeld, Puetenfeld, Pytenfeld in Pietenfeld gewandelt. Dem Sinne nach mag das "Feld des Bodo" oder "Putto" bedeutet haben.

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Das Dorf gehörte vermutlich zur Grundausstattung des Eichstätter Bistums.

908 erhielt der Bischof von Eichstätt das Jagd - und Holznutzungsrecht in Pietenfeld verbrieft.

Bei den Ungarneinfällen im 10 Jahrhundert blieb das Dorf wohl kaum verschont.

Eine um
1934/1935 bei Steinbrucharbeiten am "Steinerbickl" gefundene Pfeilspitze wurde seinerzeit als ungarische Arbeit angegeben. Zwischen 1142 und 1350 ist in Pietenfeld Ortsadel nachgewiesen. 1305 fallen die Besitzungen der Grafen von Hirschberg in Pietenfeld an Eichstätt. 1315 verkauft ein Scholastikus der Eichstätter Domschule einen von den Tempelrittern zu Muesprunnen = Moßbrunn = Moritzbrunn erworbenen Hof zu "Püttenfelde".

Nicht immer gereichte die verkehrsgünstige Lage des Dorfes an einer Hauptstraße, die von dem zum Herzogtum Bayern gehörenden Ingolstadt nach dem Fürstbistum Eichstätt führte, zum Vorteil; denn auch die großen Armeen der Vergangenheit benutzen diesen Weg. Welche Nöte, Schrecken, Plagen und Ängste dabei jeweils über die Dorfbewohner gekommen sind, läßt sich nur erahnen.

Als im 30-jährigen Krieg die Schweden unter ihrem König Gustav Adolf 1632 gegen Ingolstadt zogen, lagerte die kaiserliche Armee in und um Pietenfeld, wie die Äbtissin Clara Staiger aus Marienstein in ihrem Tagebuch verzeichnete.

Im spanischen Erbfolgekrieg kam es 1703 beim Stadtbug, über den die alte Straße (Stadtweg) führte, zu einem Nachhutgefecht zwischen österreichischen Panduren und nachrückenden französischen Dragonern.

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Während der napoleonischen Kriege lagerte 1796 am 11. September ein Corps der Österreicher und am 16. September ein Corps der Österreichischen Armee im Ort. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges blieb Pietenfeld dann von den Plagen des Krieges verschont.

Am 24. April 1945 jedoch erreichten US-amerikanische Truppen das Dorf. Durch Artilleriebeschuß waren vorher zwei Scheunen in Brand geraten. Ein kleines Mädchen kam dabei durch Granatsplitter ums Leben. Zwei belgische Kriegsgefangene, die sich in einem der brennenden Gebäuden versteckt hatten, starben ebenfalls. Bei Weißenkirchen wurde ein Mädchen von amerikanischen Soldaten erschossen.

Mit den Amerikanern kamen viele unterernährte russische Kriegsgefangene ins Dorf, die, um Brot bittend, an Türen und Fenster klopften.

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In den folgenden Jahren, die zu den ärmsten unserer Geschichte gehörten, mußten viele Heimatvertrieben aus dem Sudetenland und aus Ungarn untergebracht, eingegliedert und versorgt werden. Deshalb wurde bald nach der Währungsreform 1948 von der Gemeinde Bauland ausgewiesen. So entstanden nach und nach die Siedlungen bei Weißenkirchen und südöstlich des Ortes, jene im Norden und schließlich im Nordwesten des Dorfes.

Von den Maßnahmen, welche die Gemeinde zur Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Bürger durchführte, seien erwähnt: 1949 Bau der im Krieg gesprengten Altmühlbrücke bei Landershofen für die Bewohner von Pietenfeld an der Leithen.

Bald danach, 1951 Kauf und Weihe neuer Glocken für die Kirche.

1954 Wasserleitungsbau.

1956 Flurbereinigung und Kanalisation.

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In diese Zeit fallen auch die Anlage des Dorfplatzes und das Auffüllen der einst vier Weiher, die im oder beim Ort vorhanden waren. Da die Bevölkerung stark angewachsen war, wurden auch eine Friedhofserweiterung und der Bau eines Leichenhauses notwendig.

Das Dorf hatte in den Sechzigerjahren 31 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe und 25 landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe. Es gab 186 Auspendler.

Ortsteile: Forsthof, Weißenkirchen, Ziegelhütte.

Pietenfeld a.d. Leithen schloß sich 1978 an Landershofen (Eichstätt) an.

Bürgermeister während der Kriegsjahre und in der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart: Johann Straßer, Lorenz Biber, Michael Straßer, ab der Eingemeindung 1978, Wendelin Funk, Herrmann Hochrein, Michael Spreng.

1978 verlor Pietenfeld seine Selbstständigkeit und wurde der Großgemeinde Adelschlag angeschlossen.

Ein Stück gut überschaubarer heimatlicher Ortsgeschichte, reich an hellen und dunklen Schicksalen, fand bislang seinen Abschluß!


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